Wer Geld für ein Bauvorhaben leihen möchte, sucht natürlich
günstige Konditionen, um die Belastung aus Zinsen und Tilgung möglichst
gering zu halten. Die Konditionen für 10 jährige Baudarlehen
liegen derzeit bei ca. 4,5% p.a.
Günstiger finanzieren kann man mitunter mit Fremdwährungsdarlehen.
Diese werden, wie der Name schon sagt, in einer fremden Währung
aufgenommen. Fremdwährungsdarlehen können sowohl als Annuitätendarlehen
als auch als endfällige Darlehen aufgenommen werden. Der Vorteil
hierbei liegt darin, dass in anderen Ländern ein geringeres Zinsniveau
herrscht als in Deutschland. Die geringeren Zinsen reduzieren dabei
die monatliche Rate und somit die Belastung.
Als Beispiel seien hier Darlehen in japanischen Yen genannt. Das Zinsniveau
liegt in Japan derzeit bei ca. 1,8% p.a. Allerdings werden diese Zinsen
nicht, wie in Deutschland, für einen Zeitraum von 10 oder mehr
Jahren festgeschrieben, sondern die Festschreibungszeit beträgt
um 12 Monate, danach kann sich der Zins erneut anpassen.
Auch die Schweiz ist ein günstiger Ort zur Aufnahme von Baufinanzierungsdarlehen.
Das Zinsniveau liegt hier bei ca. 2,8% p.a., also auch noch deutlich
günstiger als die Kreditaufnahme in Deutschland.
Auf der anderen Seite gehen Kreditnehmer mit Fremdwährungsdarlehen auch Risiken ein. Bei der Kreditaufnahme wird das Darlehen in der fremden Währung aufgenommen und von der Bank des Kunden in Euro umgetauscht, um es nutzen zu können. Die Tilgung bzw. die Rückzahlung erfolgt dann allerdings in der Fremdwährung. Steigt der Kurs dieser Währung im Vergleich zum Euro, wird die Rückzahlung deutlich teurer und der Kreditnehmer muss Verluste hinnehmen. Daher spekulieren Kreditnehmer auch darauf, dass die Fremdwährung sinkt, also der Rückzahlungsbetrag niedriger ist als der ursprünglich aufgenommene Darlehensbetrag.
Die Kreditaufnahme in japanischen Yen ist daher mit relativ hohen Risiken belastet, denn der Yen ist derzeit historisch niedrig bewertet. Die Möglichkeit der Kurssteigerung ist höher als die der Senkung. Potenzial nach unten hat hingegen der Schweizer Franke, der daher derzeit besonders interessant ist. Fremdwährungsdarlehen werden wie Baufinanzierungen in Deutschland auch durch Grundschuldeintragung abgesichert.
Aufgrund des Währungsrisikos müssen Kreditnehmer allerdings über eine einwandfreie Bonität und ein sicheres Einkommen verfügen. Zudem werden diese Darlehen nur bis zu einer Grenze von 70% des Verkehrswertes der Immobilie vergeben.